Weihnachten@dolce risonanza

Weihnachten mit dolce risonanza

Noch geizt der Winter mit dem sehnsüchtig erwarteten Schnee.
Was liegt näher, als die Zeit mit Radiohören zu verbringen?

Am Freitag, 27. Dezember 2013 um 10:05 Uhr gibt es auf Ö1 aus Anlass 10 Jahre dolce risonanza ein Interview mit Ensembleleiter Florian Wieninger und Anton Holzapfel zu hören. Musik von Joseph Haydn, Johann Georg Reutter und P. Alberich Mazak (gemeinsam mit den singenden Mönchen des Stiftes Heiligenkreuz) steht auf dem Programm.

Ein frohes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches Jahr 2014 wünscht Ihnen
Anton Holzapfel

Philharmonisches

Zum Ausklang eines überaus spannenden musikalischen Jahres möchte ich noch auf zwei „philharmonische“ Aktivitäten aufmerksam machen: In der päpstlichen Basilika San Paolo fuori le mura wird im Rahmen des Festival Arte e Musica Sacra das Mozart-Requiem erklingen, am Orgelpositiv (aus dem Hause Hagmüller) spielt Anton Holzapfel. Das Instrument wird übrigens aus Wien in einem nächtlichen LKW-Transfer ebenso angeliefert wie die Instrumente der übrigen Musiker.

Wer so kurzentschlossen weniger weit reisen will, kann philharmonische Klänge auch im Wiener Stephansdom genießen: philBlech, ein Bläserensemble der Wiener Philharmoniker, wird am 5. Dezember 2013 um 20.30 Uhr im Stephansdom gemeinsam mit Anton Holzapfel und Ernst Wally die begehrte Sound-Kombination Orgel/Bläser/Schlagwerk mit faszinierenden Originalwerken und vorzüglichen Arrangements präsentieren.

Herbstliche Klänge

Intensive musikalische Wochen stehen bevor: ein Festkonzert mit dolce risonanza im Gläsernen Saal des Wiener Musikvereins wirft ebenso seine Schatten voraus wie ein Konzert in der Reihe Musik am 12. mit Musik des Barockkomponisten Samuel Capricornus.

Aber auch die Koffer sind schon gepackt: Ein Orgel-Orchesterkonzert mit der Kammerphilharmonie Amadé beim Festival Soest, ein Orgel-Solo Konzert im Dom St. Patrokli in Soest und das Mozart-Requiem mit den Wiener Philharmonikern beim Festival Musica sacra in Rom garantieren neue Klangerfahrungen bei bislang unbekannten Orgeln. Seele, was willst Du mehr?

Symphonische Klänge von Bruckner und Wagner an der Orgel

Orchestrale Töne entlockt Anton Holzapfel, der langjährige Gastorganist der Wiener Philharmoniker, der Pflüger-Orgel der Pfarrkirche Mallnitz im Rahmen eines Konzertes der Reihe Pro Musica Mallnitz. Von Anton Bruckner ist nur ein kleines Orgelstück überliefert, das sogenannte Perger Präludium. Ansonsten gibt es vom viel gepriesenen Organisten und Improvisator nur Berichte über sein phänomenales Orgelspiel. Jedoch – so wie bei vielen Kirchenmusikern in der süddeutsch-österreichischen Tradition – findet man keine Original­kompositionen. Gerade Anton Bruckners symphonisches Werk ist aber prädestiniert, auf der Orgel realisiert zu werden, eine beachtliche Anzahl solcher Transkriptionen ist mittlerweile verfügbar, bzw. wurde für dieses Konzert extra geschaffen. Zu hören sind u.a. das Scherzo aus „Symphonie Nr. 9“ und das Adagio aus „Symphonie Nr. 7“. Dass man mit dieser „Arrangement-Technik“ in einer jahrhundertealten Tradition steht, beweist auch die Orgelfassung des Pilgerchores aus der Oper Tannhäuser, erstellt von niemandem Geringeren als Franz Liszt.

Das Programm war auf besonderen Wunsch des Gründers und langjährigen Leiters des Festivals Pro Musica Mallnitz, Dr. Wolfgang Pflegerl, der erst vor kurzem verstorben ist, konzipiert.

La BREVA – nicht nur ein Motorrad

Musikhistorisch Informierte assoziieren mit BREVE einen Notenwert, Italienischkundige jedenfalls die Bedeutung »kurz«, LA BREVE »kurze Silbe«. Am Nordende des Comer Sees bin ich vor kurzem auf ein ganz ähnlich lautendes Wort gestoßen: La BREVA.

Motorradbegeisterte werden sofort an die BREVA-Modelle aus dem Hause Guzzi denken. Ich beziehe mich aber auf deren Namensgeber, den frischen Wind »la BREVA«, der den nördlichen Teil des Comer Sees aufmischt und für exzellente Segel- und Surfverhältnisses sorgt. Die Darstellung der Winde in der Musik ist seit jeher ein beliebtes Motiv. »Zefiro torna«, heißt es schon bei  Monteverdi, auch in Vivaldis »Vier Jahreszeiten« und in vielen anderen seiner Konzerte werden die Winde besungen.

Bei einem Concentus-Musicus-Zyklus im  Wiener Musikverein durfte ich vor kurzem gemeinsam mit einer Schar hochkarätiger Sänger und Musiker (allen voran Nikolaus Harnoncourt, Erich Höbarth, Andreas Scholl, Luca Pisaroni und Michael Schade) den Aeolus besänftigen, der als böser Wind einem Fest fast den  Garaus gemacht hätte. Autor dieser wenig bekannten und selten gespielten Kantate »Der zufrieden gestellte Aeolus« ist Johann Sebastian Bach.

Erstaunlich, welch Fantasie Bach in dieses weltliche Werk eingebracht hat. Noch umso mehr erstaunt es, da es sich »nur« um eine Auftragsarbeit von Leipziger Studenten für ihren beliebten Jura-Professor August Müller handelte. »Unser Beitrag zu den Lehrerverhandlungen« lautete der – wie immer – pointierte Kommentar von Nikolaus Harnoncourt am Beginn des Konzerts. Ob das einer der Lehrergewerkschafter vernommen hat? Vielleicht sollte ich meinem Landsmann Paul Kimberger aus Schärding diese Botschaft direkt übermitteln.

»Denn wir haben keine bleibende Statt« – Hebr. 13, 14

Bei den Pfingstfestspielen 2013 in Salzburg habe ich die Gelegenheit, gemeinsam mit Daniel Barenboim und dem West-Eastern Divan Orchestra in die tröstenden Melodien von Johannes Brahms – der auch den eingangs zitierten Bibelvers vertont hat – an der Orgel einzustimmen.

Denn wir haben keine bleibende Statt:  Was fokussiert meine Gedanken derzeit auch sonst so auf Vanitas und Vergänglichkeit? Im Kreis meiner Freunde und Bekannten sowie Studien- und Arbeitskollegen häufen sich seit einiger Zeit Schicksalsschläge, die offenbar unausweichlich waren. Ist »Carpe diem« die Antwort darauf? Zumindest Musik ist es, die Seelen tröstet.

In Gedenken an den Organisten Norbert Zeilberger, den Flötisten Günter Voglmair, die Psychologin und Tochter meiner Klavierlehrerin Barbara Leeb, die Sängerin und Gesangspädagogin Monika, den Wohnrechtsexperten Wolfgang Dirnbacher und den Sänger Heinz Hartel.