Friede, Friede auf Erden – Weihnachtskonzert in der Hofburgkapelle

Weihnachtliche Musik von Heinrich Schütz und Johann Heinrich Schmelzer

Am Dienstag, dem 20. Dezember 2022, um 19:00 Uhr ist das Ensemble dolce risonanza in der Hofburgkapelle gemeinsam mit dem Chor CANTUS NOVUS Wien zu hören. Im Heinrich-Schütz Jahr 2022 – der „Vater der deutschen Musik“ starb vor 350 Jahren – steht seine berühmte Weihnachts-Historie im Mittelpunkt des nächsten Konzerts von dolce risonanza in der Wiener Hofburgkapelle.

Im ersten Teil des Konzertes erleben Sie im Magnificat von Schütz die neue mehrchörige Klangpracht, die sich von Venedig aus an die Hofkapellen nördlich der Alpen wie Dresden oder Wien ausgebreitet hat. Danach bringt uns der Wiener Hofkapellmeister Johann Heinrich Schmelzer in einer seltenen Weihnachtsmotette zu Ochs und Esel in den Stall in Bethlehem. Diese Kostbarkeit ist wohl erstmals seit dem 17. Jahrhundert wieder im Raum der Hofburgkapelle zu hören.

Und der Engel verkündet den Hirten den Frieden auf Erden – eine Hoffnung damals wie heute.

Karten unter www.culturall.com

Aus der Schatzkammer des Wiener Musikvereins – mehr als Schall und Rauch

Am Donnerstag, dem 1. Dezember 2022, um 19:30 Uhr ist das Ensemble dolce risonanza im Brahmssaal des Wiener Musikvereins zu hören:

Frühbarocke Concerti und Symphoniae in italiänischer Manier  von Heinrich Schütz, Claudio Monteverdi und Andreas Rauch  stehen auf dem Programm, das von zwei wunderbaren Tenören, zwei Violinen, Orgel/Cembalo und Bass (Violone) gestaltet wird.

Nicht nur die Noten stammen großteils „aus der Schatzkammer“ des Archivs der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien; auch ein weltbekanntes Instrument aus der Sammlung des Archivs, das Cembalo Pisarensis, gebaut um 1546 (!) in Venedig, wird wieder erklingen. Weitere Details in der Monatszeitung des Musikvereins:

Musikfreunde Magazin – Dezember

Karten unter www.musikverein.at

 

Fake News 1683

Propaganda und Zensur hat schon immer die öffentliche Meinung bestimmt, nicht erst in Zeiten des Ukraine-Krieges. Schon 1683 anlässlich der Schlacht um Wien gab es bemerkenswerte Erlässe des Habsburger-Kaisers Leopold I., mit denen unbequeme Fakten  korrigiert werden sollten.

dolce risonanza widmet sich nicht nur der musikalischen Überlieferung der Türcken-Kriegszeit (mit Werken wie die „Fechtschule“ eines Heinrich Schmelzers oder der „Turcaria“ eines Johann Josef Fux), sondern auch zeitgenössischen Dokumenten.

Niemand geringerer als Hermann Beil wird diese Texte rezitieren.

Unbedingt hörenswert …
Details unter www.dolcerisonanza.at

was Gott tut, das ist wohlgetan …

Familie, Freunde und künstlerische Weggefährt*innen versammelten sich heute in der Wiener Piaristenkirche zum Gedenkgottesdienst für Alice Harnoncourt, der wunderbaren Geigerin und Frau des legendären Dirigenten Nikolaus Harnoncourt.

Musiker*innen des Concentus Musicus, geleitet von Stefan Gottfried, der Arnold Schoenberg Chor mit Erwin Ortner und meine Wenigkeit an der Orgel haben mit Musik von Mendelssohn, Bach und Schubert die Verabschiedung von Alice Harnoncourt gestaltet. Ihre Kinder haben Alices unvergleichlichen Geigenton und ihre Stimme ebenso hervorgehoben wie ihre Fähigkeit, als weiteres Instrument Nikolaus Harnoncourt gespielt haben zu können. Die Piaristenkirche mit ihren Fresken von Maulbertsch war jene Kirche, die prägend für die gesamte – in der Josefstadt wohnenden – Familie Harnoncourt war, die Verabschiedung war mehr als nur stringent. Eine Ära ist zu Ende gegangen … RIP.

Vor deinen Thron tret ich hiermit

Der Choral „Vor deinen Thron tret ich hiermit“ ertönte heute Nachmittag um 15 Uhr am Ende der Generalprobe des viel beachteten Opernprojekts Bartok/Orff mit Theodor Currentzis bei den Salzburger Festspielen. Carl Orff hat seine kontrapunktische Ausarbeitung des Chorals für Gambenquartett an das Ende seiner Oratorienoper „De fine temporum comoedia“  gesetzt. Meine Mitwirkung als Organist eröffnet mir eine Wiederbegegnung mit dem Operneinakter „Herzog Blaubarts Burg“ von Bela Bartok (einem Werk, das ich schon 2008 mit den Wiener Philharmonikern in Salzburg mitgestalten durfte) und dem Kennenlernen des mir völlig unbekannten Spätwerks von Carl Orff. Dessen zwingenden Rhythmen überwältigen gleichermaßen wie der archaische Text in griechischer, lateinischer und deutscher Sprache. Jüngstes Weltengericht, Verdammung oder Erlösung? Die widersprechenden Aussagen der Sybillen und Anachoreten münden in einem „pater peccavi“ des gefallenen Engels. Und – vor Deinen Thron tret ich hiermit!

Weitere Details: www.salzburgerfestspiele.at

Zeitgleich wurde wenige Kilometer von Salzburg entfernt Alice Harnoncourt im engsten Kreis der Familie das letzte Geleit gegeben. In den mittlerweile fast vier Jahrzehnten meiner musikalischen Aktivitäten war sie eine ganz besondere Bezugsperson für mich. Als Sänger im Arnold-Schoenberg Chor erlebte ich sie ab 1986 bei den vielen Konzerten und CD-Aufnahmen gleichermaßen als Geigerin am 1. Pult wie auch als Orchestermanagerin. Als ich dann Jahre später als Organist im Concentus musicus mitwirkte, war sie es, die mir das eine oder andere mal die direkte Sprache ihres Mannes verbindend und ausgleichend vermittelte. Es war mir eine besondere Ehre, den Totengottesdienst für Nikolaus Harnoncourt 2016 in der Wiener Piaristenkirche an der Orgel mitgestalten zu dürfen. Und: erst vor wenigen Wochen die Hochzeit eines Enkels von Alice Harnoncourt in der Pfarrkirche St. Georgen an der Orgel zu begleiten. Trauer und Freude sind so nah … Eine Ära ist nun definitiv zu Ende gegangen. RIP.

Orgel – Trompete – Evergreens

Mit Orgel-Trompete verbinden viele von uns einen barocken Klang, der dem Neo-Zeitgeist der 60er-Jahre entsprochen hat. Barocke Schlager wurden Allgemeingut durch Bearbeitungen von Maurice André, begleitet von Marie Claire Alain oder auch von meinem Orgellehrer, Univ.Prof. Alfred Mitterhofer. Spätestens mit der Originalklang-Bewegung der 70er/80er-Jahre des 20. Jahrhunderts hat dieses Konzert-Format dann mal so ziemlich ausgedient. Wenn heute zwei Musiker diese Kombination wieder versuchen, müssen sie schon beweisen, dass Musikalität auch unabhängig von historischen Instrumenten möglich ist, musikhistorische „Informiertheit“ jedoch unerlässlich ist.

Virtuose Barockmusik für Bläser und Streicher steht auf dem Programm dieses Konzertes. Doch allein, wo sind die Streicher abgeblieben? In Zeiten, als es noch keine Tonträger oder Radiogeräte oder gar Internet gab, war die Verbreitung von Musik nicht so leicht möglich. Raffinierte Arrangements für Tasteninstrumente boten seit dem 16. Jahrhundert die ideale Gelegenheit, Orchestermusik zu Gehör zu bringen – sei es auf dem Cembalo, dem Regal, dem Clavichord, der Orgel oder in späterer Zeit dem Klavier. Johann Sebastian Bach hat exemplarische Bearbeitungen von topaktuellen Violin- und Oboenkonzerten aus Italien (Vivaldi) für Orgel und Cembalo geschaffen. Die Streicherbegleitung der virtuosen Bläserpartien von Händel, Marcello, Albinoni und Vivaldi hat Anton Holzapfel in diesem Sinn bearbeitet.

Die Konzerttermine:

Fr., 3. Juni 2022, 19:30 Uhr Pfarrkirche Vöcklamarkt

Fr., 10. Juni 2022, 19:30 Uhr, Kurhauskirche Schärding

Karten zu 15 EUR jeweils an der Abendkasse. Aufgrund des limitierten Platzes in der Schärdinger Kurhauskirche bitte um Reservierung per E-mail info@antonholzapfel.at. Karten müssen bis 19.00 an der Abendkasse abgeholt werden, ansonsten kann die Verfügbarkeit nicht garantiert werden.