… das ist die stillste Zeit im Jahr: Advent

Auch wenn das Wetter noch nicht wirklich Advent-Stimmung vermittelt, die stillste Zeit im Jahr steht bevor – und vergeht viel schneller, als uns lieb ist. Einige Tipps, um dem angesagten Stress zu entfliehen:

Besuchen Sie am 8. Dezember um 19:30 Uhr ein Orgelkonzert des Vereins Wiener Orgelkonzerte: Johannes Zeinler wird die Orgel der Reformierten Stadtkirche in der Wiener Dorotheergasse 16 zum Klingen bringen.

Wer dies mit einem Besuch eines ganz besonderen Adventmarktes verbinden möchte, ist an dieser Adresse gerade richtig. Der Henriettenmarkt im Hof der Reformierten Stadtkirche hält ausgesuchte Köstlichkeiten bereit. Der Name für den Markt ist nicht zufällig gewählt. Die Reformierte Henriette von Weilburg-Nassau (1797–1829) war mit dem Habsburger Erzherzog Karl verheiratet. Ihren Kindern zuliebe führte sie die Gebräuche ihrer Heimat in Österreich ein. So stand im Haus Henriettes und Karls als erstem österreichischen Haushalt zu Weihnachten 1816 ein Christbaum. Dieser gefiel Kaiser Franz II. so gut, dass er den Auftrag gab, auch in der Hofburg einen mit Kerzen geschmückten Baum aufzustellen; von dort setzte sich der Brauch über die adeligen Familien in ganz Österreich fort.

www.wiener-orgelkonzerte.at

Wer lieber Radioklängen lauscht, ist mit einem Konzert des Ensembles dolce risonanza beim heurigen Schleswig-Holstein Musikfestival gut bedient:

Am 18. Dezember wird um 22:00 Uhr im NDR ein Mitschnitt eines Haydnprogrammes mit Christiane Oelze, Sopran und Anton Holzapfel an der konzertierenden Orgel ausgestrahlt.

www.ndr.de

Last but not least: Gerne lade ich Sie ein, aus meinem umfangreichen CD-Angebot das eine oder andere Weihnachtsgeschenk auszuwählen. Schenken Sie musikalische Freude! Hier können Sie gustieren.

Wiener Orgelkonzerte gehen in die 11. Saison

Kommenden Donnerstag, 29. September 2016, 19:30 Uhr wird das Eröffnungskonzert der Wiener Orgelkonzerte in der Wiener Dominikanerkirche stattfinden. Der international renommierte Organist Martin Lücker wird Werke von Mendelssohn, Brahms und dem Jahresregenten Max Reger zum Klingen bringen. Details zum Organisten: www.martinluecker.com

Den Folder des Jahresprogramms der Wiener Orgelkonzerte gibt es hier als PDF zum Download.

Auf zahlreichen Besuch des kostenfrei zugänglichen Konzerts freut sich das Team des Vereins Wiener Orgelkonzerte.

Ö1 Klassik-Treffpunkt mit dem Ensemble dolce risonanza

Zwischen Haydn-Konzerten beim Schleswig-Holstein-Musikfestival und dem Haydnfestival Eisenstadt ist das Ensemble dolce risonanza zu Gast im Ö1 Klassik-Treffpunkt: Florian Wieninger und Anton Holzapfel im Gespräch mit Renate Burtscher am Samstag, 10. September 2016, 10:05–11:40 Uhr im RadioCafé des RadioKulturhauses in der Wiener Argentinierstraße. Der Ö1 Klassik-Treffpunkt ist live in Ö1 zu hören. Details und Karteninfos für all jene, die vor Ort dabei sein möchten, finden Sie unter radiokulturhaus.orf.at

»Meine Sprache verstehet die ganze Welt«

Dieser Ausspruch Joseph Haydns hat sich vor wenigen Tagen in Schleswig-Holstein wieder bestätigt, gerade wenn uns Österreicher bekanntlich die gemeinsame Sprache von Deutschland trennt. Unser Wandel-Konzert beim Schleswig-Holstein-Festival auf Schloss Gottorf ist in der Mediathek des NDR in einem zehnminütigen Beitrag auf höchst unterhaltsame Weise dokumentiert. Übrigens, der Beitrag startet ab 01:58 – www.ndr.de

Viel Spaß mit Joseph Haydn wünscht
Anton Holzapfel

Sommer, Sonne, Haydn auf Urlaub

Geheimtipps stehen in keinem guten Ruf: verbreitet man sie zu großzügig, ist es aus mit der Aura das Geheimen; für alle Last-Minute-Buchende folgen nun doch ein paar besondere Tipps: Secret Haydn on holiday.

Wer eher der Nordsee als dem Mittelmeer zugetan ist, sollte von 19. bis 21. August 2016 eine Reise zum Schleswig-Holstein Musikfestival ins Auge fassen. Das Ensemble dolce risonanza gestaltet dort im Rahmen des renommierten Klassikfestivals – dem heurigen Jahresmotto entsprechend – drei abwechslungs­reiche Haydn-Programme. Hamburg-Rellingen, Kloster Lügum (DK) und das Schloss Gottorf in Schleswig sind die Stationen dieser Reise. Baryton-Trios des Fürsten Esterhazy stehen ebenso auf dem Programm wie die Solokantate »Arianna a Naxos« (in der geistlichen Textfassung »Maria quaerit« mit der Mezzosopranistin Christane Oelze) oder Haydnsche Orgelkonzerte mit Anton Holzapfel als Solisten.

Auch bei der – vorerst? – letzten Ausgabe des Haydnfestivals Eisenstadt am Originalschauplatz im Schloss Esterhazy wird das Ensemble dolce risonanza, geleitet von Florian Wieninger, am 14. September 2016 zu Gast sein. »Haydn und Böhmen« ist der Anlass für die Aufführung früher Haydnkompositionen aus der Zeit seiner ersten Anstellung beim Grafen Morzin, ergänzt um böhmische Zeitgenossen wie Vanhal und Tuma – mit Soloeinlagen an Cembalo und Orgel.

In der Eisenstädter Festivalankündigung firmiert dolce risonanza als Geheimtipp unter Kennern. Wer sich eher von großen Namen anziehen lässt, kommt auch auf seine Rechnung. Im zeitlichen Umfeld der dolce risonanza Auftritte (in Schleswig und in Eisenstadt) sind The Philharmonics genauso vertreten wie The Clarinotts. Eine schöne Brücke zum Ensembleleiter Florian Wieninger, dem Notenarchivar der Wiener Philharmoniker und zu meiner eigenen lang­jährigen Tätigkeit als Gastorganist der Wiener Philharmoniker.

Last but not least noch ein Tipp für eine Urlaubslektüre: Michele Serra: »Gli Sdraiati« (Feltrinelli) oder auf Deutsch mit dem (noch weniger griffigen) Titel »Die Liegenden« (Diogenes). Der dort gewagte Blick in das Jahr 2054 erscheint – angesichts des Referendums in Großbritannien – leider durchaus realistisch. Mehr wird nicht verraten! Eine Frage stellt sich mir noch: Wie hätte wohl Haydn seine »Londoner Symphonien« in der aktuellen Situation angelegt? Ein Trauer­marsch über »Rule Britannia«? Oder doch eher 90 Variationen über »God save the Queen«? 

Einen schönen Sommer wünscht
Anton Holzapfel

Hier noch die Weblinks:
www.shmf.de/de/Veranstaltung/Der-besondere-Haydn
www.shmf.de/de/Veranstaltung/Liebliche-Resonanz
www.shmf.de/de/Veranstaltung/Haydn-bei-Hofe
shop.jetticket.net/haydnfestival/

in memoriam Nikolaus Harnoncourt und Gabriele Sima

2016 war der Sensenmann schon viel zu oft in meinem familiären und beruflichen Umfeld zu Gange. Der heute bekannt gewordene Tod der großartigen Mezzosopranistin Gabriele Sima erinnert mich an schöne Begegnungen mit ihr, an ein wunderbares gemeinsames Konzert im Teatro Bibiena in Mantua, ein zufälliges Treffen vor gut zwei (?) Jahren joggend im Lainzer Tiergarten… und heute die Todesnachricht, allzu jung, all zu früh. www.diepresse.at

Solche Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse tauchen unweigerlich auf. Auch der Tod des Dirigenten Nikolaus Harnoncourt Anfang März hat in vielen von uns, die lange Zeit mit ihm musizieren durften, solche Gedanken hervorgerufen. Doch – hier sträubt sich die Feder, respektive die Computertastatur. Nicht wenige haben in den vergangenen Wochen ihre Erinnerungen über Print, Radio, Internet und Facebook* mitgeteilt. Als ich vor zwei Tagen auf einen Beitrag im Kulturmagazin des Landes Oberösterreich gestoßen bin, habe ich mein eigenes Zögern erstmals artikuliert gefunden:

VOM UNGEHORSAM AM GEHÖRTEN

Kein Versuch eines Nachrufs für Nikolaus Harnoncourt . Norbert Trawöger

DIE WELTWEITE FÜLLE, VIELFALT UND INTENSITÄT DER NACHRUFE auf Nikolaus Harnoncourt zeigt einmal mehr seine unüberhörbare Wirksamkeit. Doch kaum eine Nachrufende, ein Nachrufender bekommt den Umfassenden wirklich zu fassen, sondern berichtet viel mehr über die Spuren, die er an ihr, in ihm hinterlassen hat. Lassen Sie auch mich am Fassen dieses Phänomens scheitern. Und wenn ich Harnoncourt hier als Phänomen festschreibe, liege ich gleich zu Beginn meiner Annäherungen falsch, war er doch alles andere als flüchtig, ein Aggregatzustand, der Phänomenen aber gemein ist. Fest steht: kein anderer Mensch hat nicht nur die Musikwelt so unverzagt in Atem gehalten, wie der 1929 in Berlin geborene österreichische Musiker. Jemand, der weiß, dass er widersprechen kann, weiß auch, dass er gewissermaßen zustimmt, wenn er nicht widerspricht“, lese ich bei Hannah Arendt und denke an Harnoncourt. Im „Ungehorsam“ steckt das Hören drinnen. Er war ein Ungehorsamer, er glaubte nicht unhinterfragt, was er zu hören bekam. Und sich selbst wohl auch immer nur in der Gegenwart. Wenn man auf der Spur bleibt, kann man morgen ganz andere Erkenntnisse erlangen, die die Wahrheit von heute in eine andere transformiert. Die Bereitschaft, sich selbst nicht zu widersprechen, ist ihm – der phasenweise als Fundamentalist abgestempelt wurde – zeitlebens fremd geblieben, dazu reicht ein Horchen an seiner Aufführungsevolution oder ein Vergleich von früheren und späteren Aufnahmen gleicher Werke.

Memento mori!

Facebook-Eintrag Musikverein * 17. März
Am 18. März wird im Grazer Dom ein Requiem für Nikolaus Harnoncourt gefeiert, am Samstag, dem 19. März, um 11.00 Uhr, zelebriert Christoph Kardinal Schönborn in der Wiener Piaristenkirche (Fotos: Andreas Faessler) ein Requiem für Nikolaus Harnoncourt. Im Grazer Dom war Harnoncourt Ministrant und hat als solcher erste elementare Kenntnisse der Kirchenmusik erworben. Die Piaristenkirche war »seine Kirche«, so lange Harnoncourt (Foto: Terry Linke) in Wien gelebt hat bzw. wann immer er danach in Wien war; auf ihrer Orgelempore hat er mit seiner Frau auch Kirchensonaten Mozarts aufgenommen. Bei der musikalischen Gestaltung dieses Requiems in der Piaristenkirche werden prominente Künstler (u.a. Michael Schade, Florian Boesch, Mitglieder des Concentus Musicus Wien unter Stefan Gottfried und Anton Holzapfel an der Orgel) zum letzten Mal für Nikolaus Harnoncourt tätig sein und sich damit auf ihre Weise von ihm verabschieden.
Mehr anzeigen

 
Musikverein Wiens Foto.

Aufgebrezelt wird!

»Nun klingen sie wieder« heißt die außergewöhnliche Konzertserie, die das Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien jährlich im Frühjahr ausrichtet. Heuer müsste es heißen: »Aufgebrezelt wird«, kommt doch eine historische Trompete in Bretzelform zum Einsatz. Das zweite prominente Instrument ist ein Kontrabass von Leidolff aus 1757, der von Florian Wieninger zum Klingen gebracht wird.

Die Trompete darf ich selbst an Orgel und Cembalo »im Akkord« unterstützen. Das  Cembalo ist wohl eines der ältesten überhaupt spielbaren Instrumente, erbaut von Domenico Pesaurensis 1546 in 4-Fußlage.

Hören Sie sich das an!
Karten gibt es – auch kurzfristig! – unter www.musikverein.at

Viel Freude mit den neuen alten Klängen wünscht
Anton Holzapfel